Das Munich Urban Colab feiert 2026 sein fünfjähriges Bestehen. Welche Rolle spielt es für den Erfolg von UnternehmerTUM?
Das Munich Urban Colab ist der zentrale Ort, an dem unser lebendiges Innovationsökosystem sichtbar wird. Es herrscht eine Offenheit, eine Dynamik und ein Optimismus, der sich sofort auf alle überträgt. Jeder geht mit mehr unternehmerischer Energie aus diesem Gebäude, als er hineingekommen ist. Die besonderen Eigenschaften sorgen für eine ganz besondere internationale Anziehungs- und Strahlkraft.
Wenn es das Colab nicht gäbe – müsste man es erfinden?
Ohne jeden Zweifel. Deutschland braucht gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Orte, die für Aufbruch stehen. Orte, die als Motor für Wachstum dienen und zeigen: Hier passiert etwas. Der größte Mehrwert zeigt sich in den gemeinsamen Erfolgsgeschichten, die aus dem Ökosystem heraus entstanden sind – Unternehmen wie Isar Aerospace, Orbem und Proxima Fusion. Das sind keine Zufälle, sondern die Resultate von Austausch und Kollaboration. Das Colab funktioniert exzellent und bringt genau die Scaleups hervor, die unser Land gerade dringend braucht.
Gibt es einen Moment, in dem Sie dachten: Genau dafür haben wir diesen Ort geschaffen?
Solche Momente erlebe ich jede Woche. Am meisten freue ich mich über die zufälligen Begegnungen – auf der Treppe, im Flash Gordon, in einem spontanen Gespräch zwischen zwei Terminen. Da lerne ich wieder eine spannende Gründerin kennen, einen internationalen Investor oder einen energiegeladenen Studenten, der seine Geschäftsidee diskutieren möchte. Genau diese Momente sind der Kern von allem.
Was können andere Städte und Organisationen vom Colab lernen?
Jeder Ort lebt von seinen Menschen. Und im Colab kommt eine tolle Mischung an unternehmerischen Persönlichkeiten zusammen, die gemeinsam Großes bewegen wollen. Es geht darum, ein Zuhause zu schaffen – ein Paradies für genau diese
Menschen. Einen Ort, der sie anzieht und ihnen ermöglicht, gemeinsam wirklich etwas zu bewirken. Diese positive Haltung wollen wir mit anderen teilen – und das gelingt, exzellent beispielsweise durch all die internationalen Delegationen, die jede Woche unser Gebäude besuchen.
Was ist entstanden, ohne dass es irgendjemand vorher geplant hatte?
In dieser Frage steckt die eigentliche Kernidee: Im Colab geht es darum, dem unternehmerischen Zufall auf die Sprünge zu helfen. Durch – häufig zufällige – Begegnungen sind hier Hunderte neue Unternehmen entstanden und beschleunigt worden. Und diese Erfolgsgeschichten haben eine Leuchtturmwirkung – sie ziehen wieder neue Menschen an, die Freude an Innovation und Unternehmertum haben. So entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf.
Wo liegt das Potenzial für die kommenden Jahre?
Das Potenzial liegt in ganz vielen weiteren Menschen, die künftig das Colab betreten werden – und die Welt positiv verändern wollen. Sie sind der Maßstab, an dem wir uns messen lassen wollen.
Dieses Interview ist in der Jubiläumsausgabe des Colab Quarterly erschienen.